Neuer Schritt in der Entwicklung sicherer autonomer Fahrzeuge: MSC ermöglicht virtuelle Testfahrten mit eingebauter unwiderlegbarer Fahrdynamik

Adams-Fahrzeugdynamikmodelle können jetzt in Virtual Test Drive (VTD) „gefahren” werden, um sicherheitskritische Systeme präzise von Sensor bis Software zu testen

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CES 2020, Las Vegas, 7. Januar 2020 - MSC Software (MSC), Teil der Hexagon Manufacturing Intelligence Division, stellt heute Adams in VTD vor: die Kombination von branchenführender Fahrdynamiksimulation und virtuellen Fahrzeugtests. Sie beschleunigt die Entwicklung der nächsten Generation von Fahrerassistenzsystemen und von sicheren autonomen Fahrzeugen.

PKW können bereits Verkehrszeichen lesen oder vorbeifahrenden Verkehr wahrnehmen. Doch diese „Level 2+”-Funktionalitäten sind angewiesen auf verbesserte Sensorfusion – die Verknüpfung von Daten verschiedener Sensoren, so dass die abgeleiteten Informationen wesentlich zuverlässiger sind und die elektronischen Systeme sichere Entscheidungen treffen können. Dabei verlangen die zukünftigen Algorithmen für das autonome Fahren realistische Testdaten, um die Modelle weiterzuentwickeln und zu trainieren. Das heute veröffentlichte Adams in VTD beschleunigt die Entwicklung, indem es simuliert, wie ein fahrendes Auto einschließlich dynamischer Effekte und seine Sensoren sich in komplexen Verkehrsumgebungen verhalten werden.

Die Software Adams für die Mehrkörpersimulation ist seit langem bei Fahrzeugherstellern im Einsatz, um die Fahrdynamik mit virtuellen Straßentests zu prüfen und das Fahrverhalten besser zu verstehen. Mittels einer offenen Schnittstelle ist es nun möglich, diese Fahrzeuge in einer simulierten Straßenumgebung - in der Virtual Test Drive (VTD) Plattform – zu „fahren”.

Entwicklung von Sicherheitssystemen

Fahrerassistenzsysteme müssen die Menschen schützen, auch unter extremen Umständen wenn das Fahrzeug an seine physikalischen Grenzen kommt. Adams in VTD simuliert die Bewegungen des Fahrzeugs basierend auf den Straßenverhältnissen (z.B. Gefälle, Reibung) und ermittelt so das Fahrverhalten (z.B. ob das Auto rutscht oder ausbricht) und die optimale Aktion (z.B. ob die Spur gewechselt oder wie stark gebremst werden soll).

Luca Castignani, Automobilstratege bei MSC Software, sagt dazu: „Die Simulation muss nicht auf Meter, sondern auf Zentimeter genau sein, denn unter komplizierten Bedingungen macht schon ein Sekundenbruchteil den Unterschied. Mit Adams in VTD haben wir Softwareentwicklung und Fahrzeugtechnik zusammengebracht, so dass die Industrie von der Frage „was sollte das Auto tun?” übergehen kann zu „kommt das Auto mit diesem Befehl zurecht?” So entsteht die nächste Generation von sicheren Fahrzeugen.”  

Sensorwahrnehmung

Fahrerassistenzsysteme verlassen sich auf genaue Informationen von Kameras, RADAR/LiDAR oder Satellitennavigation, um ihre sicherheitskritischen Entscheidungen zu treffen. Jetzt kann identifiziert werden, wo das Fahrverhalten auf der Straße zu „blinden Flecken” bei den Sensoren führt und welchen Sensoren man wann vertrauen kann. Während ein Auto beispielsweise über eine Bodenwelle fährt, soll es einen Fußgänger zuverlässig erkennen, auch wenn die Kamera diesem aufgrund von Schwingungen nicht lückenlos folgen kann.

Die Fahrzeughersteller können die Funktion der Sensoren bei Schwingungen oder Orientierungswechsel evaluieren, um die Sensorfusion kostengünstig mit virtuellen Straßentests voranzutreiben. Automobilstratege Luca Castignani erklärt: „Die Wahrnehmung einer aufs LKW-Fahrerhaus montierten Kamera kann sich relativ zu Radarmessungen während eines Bremsmanövers deutlich ändern – wie nah ist dann das voranfahrende Auto? Wir ermöglichen den Entwicklern von Fahrerassistenzsystemen, robuste Testfälle wie diesen zu erarbeiten, um fundierte Entscheidungen zu treffen und eine präzise Sensorfusion zu erreichen.”

Adams-Modelle können jetzt direkt in VTD 2019.1 verwendet werden, mittels Functional Mock-up Interface (FMI). Die Konfiguration ist flexibel und kann alle möglichen Fahrzeuge abbilden, einschließlich LKW mit mehr als 4 Rädern und Anhänger. VTD gewährleistet die Synchronizität für eine robuste Simulation mit Adams in Echzeit oder noch schneller. Firmen können nun „ihre eigene künstliche Intelligenz einbringen” – über eine offene Schnittstelle können sie ihren Driver-in-the-Loop in VTD einbauen und dann ihre Algorithmen für das autonome Fahren testen, in einer genaueren Simulation mit reichhaltigeren Daten.

VTD 2019.1 unterstützt die Interoperabilitätsstandards OpenDRIVE 1.5 und OpenSCENARIO 0.9 und glänzt mit erweiterter LiDAR-Simulation mit genauerem, GPU-beschleunigten Raytracing und Funktionalitäten zur Flächen-Interaktion. Es ist verfügbar auf Red Hat Linux 7.3, mit optionaler Docker-Containerisierung von Modulen, welche bei der Integration von VTD in die virtuellen Testumgebungen von Kunden und in die Infrastruktur vor Ort oder in der Cloud hilft.

Pressekontakt
MSC Software GmbH
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April Six
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